21.04.2018, 10:26

Volero gelingt der zweite Sieg in den Playoff-Finals

Im Playoff-Final der Frauen gewann Volero Zürich das dritte Finalspiel gegen Aesch-Pfeffingen zuhause nach drei abgewehrten Matchbällen mit 3:2, liegt nun mit 2:1 Siegen vorne und kann sich den 13. Meistertitel bereits am nächsten Mittwoch in Spiel 4 in Aesch sichern.

Am Mittwoch gingen die Wogen in der Endphase und nach Schluss der zweiten Partie bekanntlich hoch. Das "Grande Volero" hatte sich nämlich nach der 1:3-Auswärtsniederlage im ersten Finalspiel trotz einer 2:1-Satzführung bei einem relativ klaren Rückstand derart unter Druck gefühlt, dass unter Missachtung der durch die NLA-Klubs beschlossenen Regeln beide Schweizerinnen ausgewechselt wurden und den Zürcherinnen erst mit einer bloss aus Ausländerinnen bestehenden Champions-League-Formation mit Mühe und Not doch noch die Wende glückte.

Die Zürcherinnen taten sich auf dem Weg zu ihrem zweiten Heimsieg in Folge allerdings schwer, sehr schwer sogar. Auch in Spiel 3 war nämlich vorerst wieder Aesch-Pfeffingen tonangebend, das die Enttäuschung und Verärgerung vom Mittwoch gut weggesteckt hatte und den ersten Satz nach sechs Punkten in Serie gleich mit 25:18 gewann. Mitte des zweiten Durchgangs übernahm aber dann Volero das Spieldiktat und ging trotz weiterhin zeitweise schwachen Phasen mit zweimal 25:21 die Führung.

Aber dann bekamen überraschend doch noch einmal die Gäste die Oberhand. Sie konnten allerdings bereits im vierten Durchgang den Sack erst mit dem dritten Satzball zum 25:23 zumachen, und im Tiebreak nahm dann das Drama für Aesch-Pfeffingen seinen Lauf. Die Baslebieterinnen erkämpften sich nach einem 11:12-Rückstand nämlich nicht weniger als drei Matchbälle, konnten aber keinen davon verwerten, worauf Volero gleich seinen ersten zum anschliessend frenetisch gefeierten 17:15 nutzten

Die Vorteile liegen damit wieder bei Volero, das den erneuten Titelgewinn und damit das 13. Double innerhalb von 14 Jahren bereits am kommenden Mittwochabend in Aesch sicherstellen kann - sollte es soweit kommen, dürfte sich allerdings der Beifall des Heimpublikums in Grenzen halten...

Die Zürcherinnen befinden sich dank dem Gewinn von Spiel 3 zwar wieder auf Meisterkurs, ausgestanden sind die Vorkommnisse der zweiten Partie allerdings noch nicht. Dies umso mehr, als seitens Swiss Volley zusätzlich auch eine Untersuchung gegen Volero-Präsident Stav Jacobi wegen unsportlichem Verhalten gegenüber den Gäste-Anhängern läuft.

Der die NLA Ende Saison verlassende und mit seiner Profitruppe nach Frankreich dislozierende Zürcher Klub bemühte sich noch vor Beginn des Freitagsspiels, die Vorfälle zu relativieren. Man beruft sich darauf, dass Laura Unternährer wegen einer im Training erlittenen Verletzung nicht mehr weiterspielen konnte und ein Verstoss gegen die Regelung, wonach "immer zwei lokal ausgebildete Spielerinnen" auf dem Feld stehen müssen, "nur" eine Busse nach sich zieht. "Da wir aufgrund einer Verletzung und einem damit verbundenen Coaching-Entscheid in diese Situation geraten sind, werden wir die Busse selbstverständlich auch tragen", hält Volero dazu fest. Und weil die LAS-Bussgeldregelung damit ohnehin bereits gegriffen habe, "wurde kurz darauf auch Gabi Schottroff ersetzt" - was allerdings die fällig werdende Busse auf 20'000 Franken verdoppelte, die der Präsident allerdings wohl aus der Portokasse begleichen kann.

Immerhin bedauert Stav Jacobi mittlerweile, dass er sich, provoziert allerdings durch Buhrufe und persönliche Beleidigungen der Basler Fans, zu einer "unbedachten Geste" habe hinreissen lassen. Er sei sich bewusst, dass er überreagiert habe. "Ich bedaure dies sehr", wird er in einer Medienmitteilung zitiert, "und bin mir bewusst, dass ich in meiner Funktion als Vorbild und Botschafter des Volleyballs mich nicht auf das Niveau der Gegenseite treiben lassen darf."

Die Meisterschaftskommission von Swiss Volley hat zu beiden Vorkommnissen eine Untersuchung eröffnet und ihre Entscheide für Dienstagabend, also einen Tag vor dem vierten Finalspiel, in Aussicht gestellt. (sda)