20.04.2018, 08:50

Emotionaler Ausgleich in der Playoff-Serie

Zürich, 20. April 2018 – In der zweiten Playoff-Final-Partie gegen Sm’Aesch Pfeffingen konnte sich der amtierende Schweizermeister und Cupsieger durchsetzen und erzielt den 1:1-Ausgleich. Zwei Auswechslungen im vierten Satz sorgten jedoch für ungeahnte Emotionen – sowohl auf, als auch neben dem Spielfeld.

Nach der Auswärtsniederlage in der ersten Playoff-Partie war der Serienmeister in der heimischen Sporthalle Im Birch unter Zugzwang, wollte man beim Kampf um den Meistertitel nicht mit 2:0 ins Hintertreffen geraten. Ähnlich wie bereits in der vergangenen Partie bekundeten die Limmatstädterinnen allerdings erneut Mühe in ihr Spiel zu finden. Viele Eigenfehler und ein souverän auftretendes Sm’Aesch-Pfeffingen führten zu einer 22:25-Niederlage im Startsatz.

Im zweiten Satz wusste vor allem die Serbin Ana Bjelica mit starken Netzaktionen zu überzeugen. Gleichzeitig kam die Basler Annahme vermehrt unter Druck, was Volero Zürich zum Satzausgleich nutzte. Die Zürcherinnen blühten daraufhin auf, starteten mit Schwung in den dritten Durchgang und konnten bis zum Stand von 11:4 davonziehen. Nach einem Timeout holte Sm’Aesch Pfeffingen jedoch erneut auf und glich beim Stand von 15:15 aus. Die Zürcherinnen zeigten nun aber ihrerseits erneut ein deutlich konstanteres Spiel und sicherten sich den dritten Satz mit 25:21.

Emotionaler vierter Satz

Der vierte Satz war zu Beginn geprägt von einer starken Leistung der Gäste und einem Volero Zürich, das nicht mehr auf allen Positionen die volle Leistung abrufen konnte. Beim Stand von 9:14 sah sich Trainer Avital Selinger gezwungen, Topscorerin Laura Unternährer – die aufgrund einer Trainingsverletzung unter zunehmenden Schmerzen spielte – durch die Bulgarin Gergana Dimitrova zu ersetzen. Das Spiel der Zürcherinnen stabilisierte sich daraufhin etwas und sie konnten sich bis auf drei Punkte an die Baslerinnen heranarbeiten. Der zuvor getätigte Spielerwechsel weckte allerdings den Unmut der Basler Fans. Stein des Anstosses ist die LAS-Regel des Schweizerischen Volleyball Verbands Swiss Volley. Diese besagt, dass stets zwei „lokal ausgebildete Spielerinnen (LAS)“ auf dem Spielfeld sein müssen. Wird diese Vorgabe nicht eingehalten, ist pro fehlende LAS-Spielerin ein Bussgeld von 10’000 Franken zu bezahlen. Nachdem die LAS-Bussgeldregel nach der Auswechslung Unternährers ohnehin bereits griff, wurde kurz darauf beim Spielstand von 14:17 auch Gabi Schottroff durch Angelina Lazarenko ersetzt. Im Sinne des Reglements wird der Club nun für eine Busse von 20’000 Franken aufkommen müssen. «Da wir aufgrund einer Verletzung und einem damit verbundenen Coaching-Entscheid in diese Situation geraten sind, werden wir die Busse selbstverständlich auch tragen. Die LAS-Regel ist damit – wie von Swiss Volley vorgesehen – eingehalten und das Geld kommt der Nachwuchsförderung zu Gute, für die ich mich in den vergangenen vierzehn Jahre immer eingesetzt habe», resümiert Stav Jacobi.

Obschon aus reglementarischer Sicht alles seine Richtigkeit hatte, kochten nach dem zweiten Spielerwechsel auf und neben dem Spielfeld die Emotionen hoch. Beide Teams schenkten sich nichts und kämpften verbissen um jeden Ball. So konnten die Zürcherinnen erst in der Verlängerung des vierten Satzes mit einem Angriff durch die eingewechselte Gergana Dimitrova den 26:24-Satzgewinn und damit den 1:1-Ausgleich in der Playoff-Serie für sich verbuchen.

Volero Präsident bedauert unbedachte Geste

Obschon die beiden Spielerwechsel im vierten Satz auf objektiven Gründen beruhten, stiess diese auf den Tribünen dennoch auf wenig Begeisterung. Das aus Sicht der Basler Fans vermeintlich nicht regelkonforme Verhalten blieb denn auch nicht ohne Folgen. Provoziert durch Buhrufe und persönliche Beleidigungen der Basler Fans, liess sich Präsident Stav Jacobi während des Spiel zu einer unbedachten Geste hinreissen. Schnell war auch Jacobi bewusst, dass er überreagiert hatte. «Emotionen gehören zum Sport. Sie sind wie das Salz in der Suppe. In dieser Situation habe ich mich aber zu sehr von meinen Emotionen leiten und mich zu dieser unbedachten Geste hinreissen lassen. Ich bedaure dies sehr und bin mir bewusst, dass ich in meiner Funktion als Vorbild und Botschafter des Volleyballs, mich nicht auf das Niveau der Gegenseite treiben lassen darf.», so die Stellungnahme von Volero-Präsident Stav Jacobi.

Mit dem 1:1-Ausgleich durch Volero Zürich ist in der Playoff-Finalserie weiterhin für Spannung gesorgt. Um 19:30 Uhr steht heute Freitag die nächste Partie in der Sporthalle Im Birch auf dem Programm – welches Team am Schluss den Meisterpokal in die Höhe stemmen wird können, wird sich erst noch zeigen müssen.