03.12.2017, 19:45

Angst um Rosir Calderon Diaz! Volero Zürich bangt vor CL-Partie um Topskorerin

Volero Zürich gewinnt in drei Sätzen gegen VBC Cheseaux

Der Countdown läuft: In 10 Tagen bestreitet Volero Zürich die erste Champions League Partie gegen CSM Volley Alba Blaj in Sibiu (Rumänien) – in Draculaland! Als Vorspeise auf den Hauptgang gibt’s mühelose Dreisatz-Siege gegen Edelline Köniz (25:13, 25:12, 25:14) und VBC Cheseaux (25:16, 25:16, 25:10).

Volero Zürich sorgt auch ohne die verletzte Topskorerin Rosir Calderon Diaz für klare Verhältnisse und räumt zurzeit alles aus dem Weg, was sich ihnen in den Weg stellt. Nichts desto trotz ist die Freude über den klaren Triumph gegen den Tabellenletzten VBC Cheseaux getrübt. Der Grund: Die Wadenverletzung der kubanischen Starspielerin Calderon, die sie sich im Spiel gegen Kanti Schaffhausen zugezogen hat, scheint ernster zu sein, als zunächst angenommen.

Angst um Rosir Calderon Diaz!

Muss Volero Zürich ohne seine „Peitsche aus Kuba“ (El latigo cubano) zu Graf Dracula fahren? „Ich bin im Spital gewesen, doch aktuell kann ich noch nicht sagen, ob ich in der Champions League gegen Blaj spielen kann oder nicht“, sagt Calderon Diaz zu Volley1.

Die Geschichte zur Meisterschaftspartie gegen das Tabellenschlusslicht Cheseaux ist schnell erzählt: Volero Zürich kontrolliert die Partie von Anfang an sicher. Zu keinem Zeitpunkt lässt das Heimteam etwas anbrennen. Es braucht keine Gala des Heimteams, um einen weiteren Heimsieg einzufahren. Wie bereits gegen Edelline Köniz zwei Tage zuvor ist erneut die Bulgarin Gergana Dimitrova die überragende Spielerin auf dem Feld.

Das Spiel dient mehr dazu, um auch allen Ersatzspielerinnen u.a. Libera Tiiamari Sievänen wertvolle Einsatzzeit zu geben, damit sie für die anstehenden Herausforderungen Selbstvertrauen tanken können. Erfreulich auch, dass Alexandra Lazic wieder zurück in der Limmatstadt ist. Sie schaut sich das Spiel neben der verletzten Rosir Calderon Diaz auf der Tribüne an.

Trotzdem noch ein Wort zum VBC Cheseaux: Es ist offensichtlich, dass die Truppe von Trainer Michel Dufaux das schwächste NLA-Team ist. Praktisch in allen Belangen sind grosse Defizite erkennbar und ausser Sarah van Rooij gibt es keine Spielerin, die regelmässig Punkte erzielen kann.

Trotzdem gehört dem Verein ein grosses Kompliment: Die Nachwuchsförderung des VBC Cheseaux gehört unter Doris Stierli zu den Besten in der Schweiz. Immer wieder schaffen Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs den Sprung in die erste Mannschaft. Mit Nadine Bolle und Anja Blagojevic (Gewinnerin des „New Face by Ronja Furrer“) drängen sich bereits die nächsten beiden Junioren Nationalspielerinnen für Einsätze in der NLA auf – chapeau!

Volero Zürich zu Gast bei Graf Dracula

In zehn Tagen wird Volero Zürich im tiefen Transsilvanien in Sibiu (Rumänien) das erste Mal gegen CSM Volley Alba Blaj in die Champions League eingreifen. Bekannt ist Transsilvanien vor allem als Heimat von Graf Dracula. Denn hier hat einst der Fürst Vlad Tepes von seiner Burg Poienari im 15. Jahrhundert grausam geherrscht. Sein blutrünstiger, grausamer Umgang mit seinen türkischen Feinden, aber auch mit seinen Untertanen, ist wahrscheinlich eine Grundlage für Bram Stokers Dracularomane gewesen. Transsilvanien ist die Heimat von Dracula!

Ausgerechnet vor dem Spiel in Draculaland zwickt die Wade bei Starspielerin Rosir Calderon Diaz. Ob und wie lange sie spielt oder nicht, scheint derzeit noch völlig offen. So oder so wird ihr bis in zehn Tagen wertvolle Spielpraxis fehlen und sie daher kaum in absoluter Topform sein. Ist die erste Champions League Pleite in Transsilvanien somit vorprogrammiert? NEIN!

Volley1 kennt die drei Gründe, warum Volero Zürich Draculas CSM Volley Alba Blaj vom Platz fegen wird:

1. Gergana Dimitrova findet zur rechten Zeit zu ihrer Bestform. Zu Beginn der Saison hat sie noch einen trägen, teilweise lustlosen Eindruck gemacht – zurecht hat sie Startrainer Anderson Rodrigues meistens auf der Ersatzbank schmoren lassen. Das ist längst Vergangenheit. Dimitrova kommt immer besser auf Touren, ist eiskalt im Abschluss und mausert sich in der jungen Mannschaft zu einer absoluten Führungsspielerin. Sie ist die Speerspitze von Volero Zürich!

2. Ana Antonjevic spielt eine konstant gute Saison. Sie gehört in jedem Spiel immer mit zu den Besten und hat als Kapitän ein enormes Standing in der Mannschaft. Sie ist der Zuspielerin von CSM Volley Alba Blaj sicher klar überlegen und wird die Vollstrecker vom Schweizer Meister Gergana Dimitrova, Laura Unternährer und die bis dahin hoffentlich wiedergenesene Rosir Calderon Diaz bestens in Szene setzen. Sie gehört zu den gefährlichsten Kanonierinnen in der Champions League.

3. „Miracle“ Mira Todorova spielt eine gute Saison, gehört zu den Leistungsträgerinnen im Team. Wenn sie topmotiviert ins Spiel geht, zählt sie auf der Mittelblock-Position zu den besten Spielerinnen in Europa. Sie freut sich wie ein kleines Kind auf die Champions League Abende. Auf die Frage, ob Volero Zürich die Champions League gewinnen kann, antwortet sie cool „Warum nicht? Wenn wir unsere beste Leistung abrufen, ist alles möglich…“ Das sind Töne, die ganz nach dem Gusto von Präsident Stav Jacobi und SB-Community Chef Bojan Simurina sind. Todorova ist Voleros ideales Schutzschild gegen jeden Gegner – da wird Draculas CSM Volley Alba Blaj ihr blaues „Miracle“ (dt. Wunder) erleben…

Text: Oliver Dütschler, Volley1


Matchtelegramm

Freitag, 1. Dezember 2017

Edelline Köniz - Volero Zürich 0-3  (13:25, 12:25, 14:25)
Sporthalle Weissenstein. SR Jungen/Grellier

Volero Zürich: Lazarenko, Sievänen (L), Milojevic, Rodrigues de Almeida, Dimitrova, Schottroff, Antonijevic, Popovic (L), Todorova, Kornienko, Lengweiler, Unternährer

Edelline Köniz: Peit, Veloso Ramalho Aragao, Fabien, Daramola, Schauss, Ackermann, Hadzisalihovic, Maurer, Duarte, Guerra Quesada

MVP: Gergana Dimitrova, Volero Zürich (26 Punkte)

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Sonntag, 3. Dezember 2017

Volero Zürich - VBC Cheseaux 3-0  (25:16, 25:16, 25:10)
Sporthalle Im Birch: 100 Zuschauer. SR Wüthrich/Sieber

Volero Zürich: Lazarenko, Sievänen (L), Milojevic, Rodrigues de Almeida, Dimitrova, Schottroff, Antonijevic, Popovic (L), Todorova, Kornienko, Lengweiler, Unternährer

VBC Cheseaux: Casto, Bulliard, McDonald, Haemmerli, Petrachenko, Kenel, Van Rooij, Guyot, Whyte, Oseghale

MVP: Gergana Dimitrova, Volero Zürich (18 Punkte)

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