12.11.2017, 11:00

Einer für alle! Alle für einen! Drei Musketiere des Meisters bodigen Aufsteiger

Volero Zürich gewinnt gegen VBC Galina

Bei den prestigeträchtigen Uster Games machen die Teams Volero Zürich und VBC Galina beste Werbung für den Schweizer Volleyballsport! Beim diskussionslosen Dreisatzsieg (25:19, 25:9, 25:17) des amtierenden Schweizer Meisters zeigen sich die drei Musketiere „Miracle“ Mira Todorova, „The Real Deal“ Anastasia Kornienko und Angelina Lazarenko in Hochform und erteilen dem verletzungsgeschwächten Aufsteiger eine Lehrstunde.

Getreu dem weltbekannten Roman von Alexandre Dumas setzen die drei Musketiere Mira Todorova, Anastasia Kornienko und Angelina Lazarenko den Aufsteiger mit geschickter Klinge schachmatt!

Einer für alle! Alle für einen!

Der 1. Satz ist geprägt von vielen Fehlern auf beiden Seiten. Lange Zeit ist der Satz ausgeglichen bis „Miracle“ Mira Todorova anfängt richtig durchzustarten. Mit ihrer überragenden körperlichen Postur versetzt die Bulgarin die Gegenspielerinnen aus dem Ländle mit ihren Dolchstössen am Netz in Angst und Schrecken. Sie macht den Unterschied aus und sorgt dafür, dass Volero Zürich den Satz mit 25:19 sicher heimschaukelt.

Einer für alle! Alle für einen!

Im 2. Satz folgt ein Blitzstart der Zürcherinnen, schnell führen sie mit 12:0 Punkten. Die Hard-Rockerinnen spielen sich in einen regelrechten Spielrausch. Nun betritt „The Real Deal“ Anastasia Kornienko die Bühne und beginnt sofort zu zaubern. Sie behandelt den Ball mit feiner Klinge – ihre präzisen Zuspiele sind eine Augenweide, ihre Punkte ein Genuss. Da würde selbst der unterkühlte Wladimir Putin anerkennend nicken. Ein Traumservice von Kornienko und auch dieser Satz ist mit 25:8 unter Dach und Fach.

Einer für alle! Alle für einen!

Im 3. Satz sitzt dann Kornienko wieder auf der Ersatzbank – nun rockt ihre Landsfrau Angelina Lazarenko so richtig los. Gute Services und im Abschluss eiskalt. Die junge Russin, die bei der Universiade in Taipeh mit der Nationalmannschaft souverän die Goldmedaille gewann, hat massgeblichen Anteil, dass bei den Zürcherinnen nach 66 Minuten auch der letzte, finale Dolchstoss sitzt und sie auch den dritten Satz mit 25:17 in der Tasche haben – Sieg!

Bei Volero Zürich sind es die drei Musketiere Mira Todorova, Anastasia Kornienko und Angelina Lazarenko, welche dem Spiel den Stempel aufdrücken. Brisant: Mit Todorova auf dem Spielfeld hat der amtierende Schweizer Meister noch kein Spiel verloren. Kann Volero Zürich nur mit Todorova gewinnen? „Nein, unsere Erfolge basieren auf dem guten Teamwork. Ich bin topmotiviert und freue mich riesig auf die bevorstehenden Champions League Partien“, schmunzelt Todorova. Laura Unternährer wird zur eigenen Überraschung vom Veranstalter als beste Spielerin ausgezeichnet – ein Erinnerungsfoto für die Vitrine mit der bildhübschen Unti ist eben immer etwas Schönes…

„The Real Deal“ Anastasia Kornienko mit einer eleganten Louis Vuitton Tasche am Arm nach dem Spiel: „Ich freue mich sehr, dass wir diesen Sieg eingefahren haben und ich meinen Teil dazu beigetragen habe.“

Das Team von Anderson Rodrigues wird diese Woche zwei Tage nach Bayern fahren, wo man zwei interessante Testspiele gegen den Bundesligisten Rote Raben Vilsbiburg mit Nationaltrainer Timo Lippuner und der Schweizer Topskorerin Laura Künzler bestreiten wird.

Am Donnerstag fliegt der Präsident von Volero Zürich, Stav Jacobi nach Moskau zur Auslosung der Champions League. Zuvor stellt er sich noch dem Volley1-Verhör:

Gratulation zum Sieg – was meinen Sie zu den drei Musketieren Todorova, Kornienko und Lazarenko?

Stav Jacobi: Mira Todorova spielt im Angriff gut, sie muss aber noch mehr unangenehme Arbeit verrichten. Angelina Lazarenko muss an der Konzentration und Reaktion arbeiten. Und Anastasia Kornienko muss das Tempo noch stärker variieren können, sie kann von Ana Antonijevic viel lernen, die das Spiel gut beschleunigen kann.

Stimmt die Formkurve von Volero Zürich seit der Startpleite gegen Kanti Schaffhausen?

Stav Jacobi: Ja, die Mannschaft macht klare Fortschritte.

Der Tages-Anzeiger zitiert Sie, dass Sie keine Lust mehr auf Volleyball haben. Ist es primär die fehlende Dankbarkeit, die Sie für Ihr grosses Engagement vermissen?

Stav Jacobi: Nein. Man soll nichts machen, um Dankbarkeit zu erwarten. Die Entwicklung des Volleyballs in der Schweiz ist enttäuschend. Oftmals steht das Wirtschaftliche anstatt das Sportliche im Vordergrund. Der dritte Platz bei der Klub-WM ist in der Schweiz kaum zur Kenntnis genommen worden.

Wünschen Sie sich in der Champions League eine schwache Gruppe?

Stav Jacobi: Nein. Je stärker die Gruppe, desto besser. Die Mannschaft kann wertvolle Erfahrung sammeln.

Wird im Hinblick auf die Champions League nochmals Verstärkung geholt?

Stav Jacobi: Nein. Wir treten mit dieser jungen Mannschaft an.

Die Mannschaft aus dem Ländle vom deutschen Trainer Marc Demmer schlägt sich über weite Strecken wacker, versucht mit Kampf und Leidenschaft dagegen zu halten und dran zu bleiben. Insbesondere die Portugiesin Nuria Lopes da Silva zeigt sich in der Offensive gefährlich und kommt wiederholt zu sehenswerten Punkten. Allgemein ist die individuelle Klasse der Spielerinnen jedoch nicht ausreichend, um die Überflieger aus der Limmatstadt ernsthaft in Bedrängnis bringen zu können. Brisant: Das Budget des VBC Galina ist rund zehnmal (!) kleiner als das von Volero Zürich.

Das letzte Wort: Zu den Gewinnern darf sich auch das Organisationskomitee um Präsident René Pfister zählen. Mit einer erstklassigen Affiche ist es gelungen, das verwöhnte Publikum im Grossraum Zürich zu überzeugen. Der Veranstalter wurde mit einer gut gefüllten Buchholz Sporthalle (850 Zuschauer) in Uster belohnt. 

Text: Oliver Dütschler, Volley1


Matchtelegramm

Volero Zürich - VBC Galina 3:0 (25:19, 25:9, 25:17)
Sporthalle Buchholz: 850 Zuschauer. SR Ciemiega / Becker

Volero Zürich: Lazarenko, Sievänen (L), Milojevic, Dimitrova, Schottroff, Antonijevic, Popovic, Todorova, Calderon Diaz, Kornienko, Lengweiler, Unternährer

VBC Galina: Mandelbaum, Boss, Will, Chrtianska, Hudson, Schnyder (L(, Härtner, Lodes Da Sivla, Klaric

MVP: Laura Unternährer, Volero Zürich (20 Punkte)


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