04.11.2017, 19:00

Vierter Sieg in Folge! Volero Zürich spielt sich warm für die Champions League

Volero Zürich gewinnt gegen VITEOS NUC in drei Sätzen

Der Schweizer Meister Volero Zürich gewinnt mit seinem Power Volleyball auch bei Viteos NUC in drei Sätzen (25:14, 25:15, 25:17). Neben dem Trainerduo Anderson Rodrigues und Gil Ferrer Cutino hat auch Athletiktrainer Vladan Radonjic massgeblichen Anteil am aktuellen Höhenflug der Zürcherinnen.

Es ist kein Geheimnis, dass bei Viteos NUC in Neuenburg immer eine tolle Atmosphäre herrscht: Die Fans sorgen stets für eine tolle Stimmung, peitschen ihre Mannschaft lautstark nach vorne und machen die Halle des Sports so zu einer Festung, an der sich schon einige Gegner die Zähne ausgebissen haben. Nicht so Volero Zürich, die nach nun vier Siegen in Folge allmählich Fahrt in Richtung Tabellenspitze aufnehmen – sie bodigen auch die kampfstarke Mannschaft von Trainerfuchs Silvan Zindel und spielen sich für die bald anstehenden Champions League Partien warm.

Wo liegt das Erfolgsgeheimnis von Volero Zürich?

Es ist unübersehbar, dass das erfolgreiche Spiel von Volero Zürich einerseits mit der Taktik und Strategie des erfolgreichen Trainergespanns Anderson Rodrigues und Gil Ferrer Cutino zusammenhängt, andererseits sind die Volero-Girls den meisten Teams auch in athletischer Hinsicht überlegen. Die geistige Frische und die körperliche Verfassung sind mitunter entscheidende Erfolgsfaktoren, welche es den Spielerinnen erlauben, die Konzentration bis zum Schluss hochzuhalten und die taktische Marschroute des Trainers auf dem Spielfeld erfolgreich umzusetzen.

Dies alles ist das Verdienst von Vladan Radonjic, Athletiktrainer, Doktor, Motivator und Kondition-Genie. Er ist der Mann im Hintergrund, dem die Volley-Girls Natalya Mammadova, Fabiola (beide 2016/17 bei Volero Zürich) und Rosir Diaz Calderon vertrauen. Und auch ein Kumpeltyp für die jungen Wilden. Nationalspielerin Julie Lengweiler zu Volley1: „Ich habe ihn megagerne. Ich schätze sehr, dass er sich immer Zeit nimmt und sogar individuelle Trainingspläne für uns macht. Ich fühle mich hundertprozentig fit dank ihm.“

Er ist die gute Seele im Team, es macht für „Vlad“ keinen Unterschied, ob er eine Weltklassespielerin oder ein aufstrebendes Talent trainiert. Sein Bestreben ist es, für die Spielerinnen da zu sein, sie stets zu motivieren und aus ihnen das Maximum herauszuholen. „Für mich ist ein Talent, wenn eine Spielerin den Wunsch hat, sich täglich weiterzuentwickeln, sich laufend zu verbessern und hart an sich zu arbeiten“, sagt Radonjic. Er ergänzt: „Im Volleyball geht es primär um Explosivität, Kraft und Schnelligkeit. Ich versuche jeder Spielerin gerecht zu werden und das Programm auf ihre individuellen Bedürfnisse abzustimmen. “

Vladan Radonjic wird die Leidenschaft zum Sport bereits früh in die Wiege gelegt. Er wächst behütet im serbischen Gornji Milanovac auf. Sein Vater ist im ehemaligen Jugoslawien ein begnadeter Langstreckenläufer, nimmt ihn schon früh mit auf die Piste. Später studiert er an der Universität in Belgrad Sportwissenschaften, schliesst mit dem Doktortitel „Ph.D.“ ab und spielt nebenbei noch Basketball. Doch für eine professionelle Sportkarriere reicht sein Talent nicht aus. Er spezialisiert sich stattdessen auf den Athletikbereich (Krafttraining, Ausdauer, Kondition), eignet sich ein enormes Fachwissen an, das die Basis für seine erfolgreichen Engagements bei Partizan Belgrad und CSKA Moskau ist. Auch die Nationalmannschaft von Serbien und Montenegro nehmen seine Dienste gerne in Anspruch.

Der serbische Star-Coach Zoran Gajic (Olympiasieger in Sydney 2000) will den sympathischen Radonjic sogar beim Spitzenclub Rabit Baku (Aserbaidschan) an seiner Seite wissen. Doch den Zuschlag erhält schliesslich Volero Zürich – der SB-Community Chef Bojan Simurina hat ihn überzeugt, in die Limmatstadt zu wechseln. „Ich bin Bojan Simurina dafür sehr dankbar, dass er mir diese Möglichkeit gegeben hat, bei einem Club mit einem solch professionellen Umfeld arbeiten zu dürfen. Ich fühle mich sehr wohl in Zürich und gehe jeden Tag topmotiviert und mit viel Freude zur Arbeit“, sagt Radonjic.

Er spricht nicht gerne über seinen Anteil am Erfolg, stellt sofort die Mannschaft in den Mittelpunkt. Das Scheinwerferlicht ist nicht seine Welt – ausser auf dem Court. Er ist ein stiller, bescheidener, bodenständiger Arbeiter, der gerne draussen in der Natur Sport betreibt. Biken auf dem Pilatus, Laufen am Luzerner Citymarathon oder Rudern auf dem Rotsee. „In der Natur kann ich gut vom Alltag abschalten. Wenn ich die Berge vor mir leuchten sehe, gibt mir das eine enorme Energie für die künftig anstehenden Aufgaben“, sagt der bescheidene Radonjic.

Text: Oliver Dütschler, Volley1


Matchtelegramm

Viteos NUC - Volero Zürich 0:3 (14:25, 15:25, 17:25)
Lamberthengi: 420 Zuschauer. SR Mordasini/Dzankovic

Volero Zürich: Lazarenko, Sievänen, Milojevic, Dimitrova, Schottroff, Antonijevic, Popovic (L), Todorova, Kornienko, Lengweiler, Unternährer, Calderon Diaz

Volley Lugano: Pickrell, Halter, Pierret, Petitat, Bergren, Dockery, Suriano, Dalliard (L), Romaneschi, Wigger, Troesch, Girard, Gudenkauf, Staffelbach

MVP: Laura Unternährer, Volero Zürich (15 Punkte)


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