22.10.2017, 23:00

Volero Zürich haut den VBC Cheseaux KornienK.O.!

Meisterschaftsspiel Volero gegen VBC Cheseaux

Im Spiel zwischen David (VBC Cheseaux) und Goliath (Volero Zürich) kriegt das Heimteam eine Lehrstunde: Nach nur 77 Minuten und 3 Sätzen (25:15, 25:14, 25:22) werden sie vom Ligakrösus vom Platz gefegt!

Sie spielen in einer Liga. Aber im Grunde trennen sie Welten: Laut dem offiziellen Volley Guide beträgt das Budget von VBC Cheseaux 0,3 Mio Franken. Das von Champions League Teilnehmer Volero Zürich ist mit 2 Mio sieben Mal so hoch!

David gegen Goliath!

Das finanzielle Gefälle in der Nationalliga A ist gross. Nicht zuletzt deshalb, weil mit Volero Zürich ein internationales Schwergewicht an der Meisterschaft teilnimmt und das für Schweizer Volleyballverhältnisse über eine enorme Finanzkraft verfügt. Dadurch haben sie Profis unter Vertrag, von denen VBC Cheseaux nur träumen kann. So ist vermutlich Angriffs-As Rosir Diaz Calderon wertvoller als das gesamte Cheseaux-Team.

Wird Cheseaux bei solchen Budgetzahlen nicht schon vor dem Spiel schwindelig?

Trainer Michel Dufaux: „Nein, für meine Spielerinnen ist es eine sehr grosse Motivation gegen eine Spielerin wie Rosir Diaz Calderon zu spielen. Wenn wir die Überraschung schaffen sollten, werde ich ein grosses Fest machen!“

Bereits im 1. Satz legt Volero Zürich los wie die Feuerwehr. Wie gewohnt werden die starken Rosir Diaz Calderon und Laura Unternährer gesucht, welche dann sauber abschliessen. Klarer 25:15 Satzgewinn für den Schweizer Meister.

Im 2. Satz scheint Cheseaux immer noch in Schockstarre über den vorherigen Satzverlust zu sein. Nun schalten die Zürcherinnen nochmals einen Gang zu, erhöhen das Tempospiel, feiern die Punkte mit rhythmischen Tanzschritten. Und ratzfatz…auch dieser Satz ist mit 25:14 in der Tasche.

Der 3. Satz schaukelt die Mannschaft von Anderson Rodrigues locker nach Hause. Der Trainer gibt allen Spielerinnen wertvolle Einsatzzeit – eine faire Chance sich ins Team zu spielen. Der Klassenunterschied zwischen den beiden Teams ist nun offensichtlich. Die Cheseaux-Arbeitertruppe verliert auch diesen Satz klar und deutlich mit 25:22 Punkten.

Bei Zürich sorgen wie bereits in den anderen Spielen erneut Rosir Diaz Calderon und Laura Unternährer im Angriff für Panik beim Gegner. Die Mittelblockerinnen „Miracle“ Mira Todorova und Angelina Lazarenko sind sichere Werte und Silvia Popovic zeigt immer wieder ihre Weltklasse. Ausgezeichnet auch Zuspielerin Anastasia Kornienko, die nicht nur über einen hervorragenden Service verfügt, sondern auch im gefühlvollen Umgang mit dem Ball Erinnerungen an den einzigartigen Pianisten Sergeji Rachmaninow aufkommen lässt. Das hätte selbst ihren russischen Landsmann und Präsidenten Stav Jacobi, der mit Grippe zuhause geblieben ist, entzückt. „Nein, ich habe nie Klavier gespielt und höre auch keine klassische Musik – aber ich bin glücklich, dass ich zum Sieg des Teams beitragen konnte“, schmunzelt die sympathische Russin Kornienko. Die starke Alexandra Lazic ist aus familiären Gründen in Schweden abwesend. Volley1 wünscht der sympathischen Aussenangreiferin alles Gute und viel Kraft!

Bei Cheseaux geht lediglich von der letztjährigen Topskorerin Sarah van Roij Gefahr aus. Der Rest der Mannschaft scheint noch die kräfteraubende Partie vom Vorabend gegen ZESAR-VFM in den Knochen zu spüren und ist mit dem direkten Tempospiel klar überfordert. Trotzdem ein sympathischer familiärer Verein, der vor allem mit einer beispielhaften Nachwuchsförderung und einer tollen Stimmung zu überzeugen vermag. Und die Spielerinnen der 2. Mannschaft um Nachwuchs Nationalspielerin Anja Blagojevic und co. helfen nach dem 3:0 Sieg über Düdingen hinter der Bar aus – chapeau!

Fazit

Trainer Anderson Rodrigues (Volero Zürich): „Es ist ein solides Spiel gewesen, dass wir gut im Griff gehabt haben. Natürlich sind wir noch nicht soweit, wie es unsere Ansprüche sind, doch phasenweise ist es schon ganz ordentlich gewesen.“

Trainer Michel Dufaux (VBC Cheseaux): „Die Niederlage gegen ein Topteam wie Volero Zürich kommt nicht ganz überraschend, nichts desto trotz können wir aus solchen Partien viel lernen und dann wertvolle Schlüsse für die nächsten Herausforderungen ziehen.“

Text: Oliver Dütschler, Volley1