14.05.2017, 09:15

Versöhnlicher Abschluss

Bronzemedaille für Volero Zürich an der CWC 2017

Das Team freut sich gemeinsam über den Gewinn der Bronzemedaille.

Kobe, Japan, 14. Mai 2017 – Volero Zürich egalisiert seinen bisher grössten internationalen Erfolg von 2015 und gewinnt die Bronze-Medaille an der 2017 FIVB Volleyball Women’s Club World Championship. Die Zürcherinnen setzen sich in einem umkämpften Spiel mit 3:2 (25:22, 25:15, 22:25, 23:25, 15:12) gegen Titelverteidiger Eczacibasi VitrA Istanbul durch.

Trotz der bitteren Niederlage am Vorabend im Halbfinal zeigte sich das Team von Volero Zürich vor dem kleinen Finale erstaunlich gelöst und positiv gestimmt. Diese Einstellung übertrug sich auch auf das Spiel des Schweizer Meisters, denn für einmal gelang Volero fast jeder Spielzug wie gewünscht. Sie setzten den zweifachen Weltmeister wie bereits im Vorrundenspiel konsequent unter Druck und hielten den Gegner so auf Abstand. Den ersten Satz konnten die Zürcherinnen mit 25:22 für sich entscheiden. Auf der anderen Seite zeigte Eczacibasi VitrA phasenweise – gerade im zweiten Satz – ähnliche Symptome wie die Zürcherinnen gegen Rexona Sesc. Volero’s Angriffsspiel zeigte sich variantenreich und auch in der Verteidigung wurde deutlich mehr gearbeitet. Für einmal schwammen die Zürcherinnen auf einer Erfolgswelle, mit der ihnen praktisch alles gelang. Schnell wuchs der Vorsprung auf zehn Punkte an. Nach nur 22 Minuten verwandelte Olesia Rykhliuk (beste Scorerin mit insgesamt 25 Punkten) beim Stand von 24:15 den Satzball zur 2:0 Satzführung.

Für Volero lief bis zu diesem Zeitpunkt alles nach Plan, denn auch im dritten Satz führten die Zürcherinnen zum zweiten Technical Timeout mit 16:13 und die Stimmung im Team war ausgelassen. Vielleicht etwas zu ausgelassen, denn die Türkinnen liessen nicht locker und Tatiana Kosheleva punktete in kurzer Folge gleich mehrfach zur 18:17 Führung für Eczacibasi VitrA Istanbul. Es entwickelte sich ein spektakulärer Schlagabtausch. Zwischenzeitlich drohte Volero in alte Muster abzurutschen. Trotz zweier Timeouts erfolgte Volero’s Reaktion zu spät und so holte sich der Weltmeister den dritten Satz mit 25:22.

Im vierten Satz entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Keine der beiden Mannschaften konnte sich bis zum Spielstand von 21:21 absetzen. Es wurde um jeden Ball gekämpft und den Zuschauern spektakuläre Rallies geboten. Das Team vom Bosporus nutzte zuletzt das positive Momentum und konnte den Satz mit 25:23 für sich entscheiden, nachdem Dobriana Rabadzhieva bei einem Sideout den Ball etwas unglücklich ins Aus setzte. Wie schon bei den Freundschaftsspielen im Januar musste ein fünfter Satz zwischen den beiden Teams entscheiden.

Volero Zürich war nun wieder deutlich stärker unter Druck, startete aber gut in den Entscheidungssatz. Beim Technical Timeout führten die Zürcherinnen knapp mit 8:6 und konnte diesen Vorsprung trotz grosser Probleme in der Annahme verteidigen. Mehrere Chancen weiter davonzuziehen, wurden vom Schweizer Meister teilweise etwas fahrlässig vergeben. So kam es beim Spielstand von 11:11 zum Ausgleich mit einem Ass der gerade eingewechselten Neslihan Demir und in der Folge zu einem Timeout von Volero Zürich.

Die vielleicht kurioseste Szene des ganzen Spiels ereignete sich allerdings erst kurz darauf, als Volero beim Spielstand von 12:11 Mariana Costa für Kenia Carcaces in die Verteidigung einwechseln wollte, durch einen Manipulationsfehler aber Mittelblockerin Ekaterina Orlova für den Wechsel selektiert wurde. Damit kam die erfahrene Brasilianerin kurzzeitig zu einem Einsatz vorne am Netz als Blockspielerin. Den Fehler, der den Zürcherinnen auch die Medaille hätte kosten können, bügelte Kenia Carcaces mit einem Ass auf die Seitenlinie aus und so konnte Volero’s Trainerstab umgehend den Rückwechsel vornehmen, ohne dass ein grösserer Schaden entstanden wäre. Die wieder eingewechselte Ekaterina Orlova sicherte sich kurz darauf mit einem cleveren Drop Shot den ersten Matchball beim Spielstand von 14:12. Als dann Tatiana Kosheleva den Matchball ins Out schlug, brachen Volero's Spielerinnen in Jubel aus. Der Gewinn der Bronzemedaille war Tatsache! 

«Ich freue mich sehr, dass wir durchgebissen haben und diesen Sieg erringen konnten. Für mich war es das letzte Spiel, dass ich für Volero absolvieren konnte. Umso schöner ist es, dass wir mit diesem Team zum Abschluss der Saison heute die Bronzemedaille gewinnen konnten», sagte eine glückliche Mittelangreiferin Foluke Akinradewo nach dem Spiel. Die amerikanische Weltmeisterin von 2014 wird kommende Saison in Japan für Hisamitsu Springs im Einsatz stehen und hat damit an dieser Weltmeisterschaft ihre Abschiedsvorstellung bei Volero gegeben. 

Mit diesem Sieg wiederholt Volero Zürich den bisher grössten Erfolg der Klubgeschichte und gewinnt wie schon 2015 bei der Heimausgabe in Zürich die Bronzemedaille an der 2017 FIVB Volleyball Women’s Club World Championship in Kobe. Für die Zürcherinnen gestaltet sich damit der Abschluss dieser Weltmeisterschaft nach dem verpatzten Halbfinale versöhnlich. Dennoch war die Freude über den Gewinn der Bronzemedaille nicht überschwänglich, denn alle waren sich bewusst, dass mehr möglich gewesen wäre.