24.03.2017, 06:30

Volero verliert nach Satzführung

VakifBank zu stark für Volero Zürich im Heimspiel

Ausverkauftes Haus in der Saalsporthalle beim Spiel gegen VakifBank Istanbul. Dobriana Rabadzhieva (im Angriff) und ihre Teamkolleginnen haben den Zuschauern in der Halle ein tolles Spiel geboten.

Zürich, 23. März 2017 – Der elffache Schweizer Meister Volero Zürich musste sich VakifBank Istanbul im ersten Spiel der Playoff-Viertelfinals nach einer Satzführung mit 1:3 geschlagen geben (25:15, 20:25, 17:25, 21:25). Die Türkinnen haben sich damit eine optimale Ausgangslage geschaffen für das entscheidende Spiel um den Finaleinzug zu Hause in Istanbul in zwei Wochen.

Die Begegnungen zwischen VakifBank Istanbul und Volero Zürich gehören im europäischen Klubvolleyball jeweils zu den umkämpftesten Spielen. Volero Zürich hat die hohen Erwartungen des heimischen Publikums nicht enttäuscht. Die Zürcherinnen starteten ausgezeichnet mit aggressiven Service und kaltblütigen Angriffen und deklassierten das türkische Spitzenteam zu Beginn des Spiels richtiggehend. VakifBank stand mit dem Rücken zur Wand und die 18:9-Führung der Zürcherinnen war zu diesem Zeitpunkt kaum mehr wettzumachen. Eine der Gründe für das Spitzenresultat im ersten Satz war Volero Zürich’s Zuspielerin Bojana Zivkovic. Die olympische Silbermedaillengewinnerin spielte für die aufgrund einer Knieverletzung ausgefallene Stammzuspielerin Fabiola. Zivkovic zeigte ein ausgezeichnetes Spiel und führte ihr Team zum Sieg im ersten Satz. Foluke Akinradewo’s Ass zum 25:15 bildete dabei den perfekten Abschluss.

VakifBank musste in der Folge aufdrehen. Doch Giovanni Guidetti wäre nicht Giovanni Guidetti wenn er nicht wüsste, wie mit solche schwierigen Situationen umzugehen ist. Der Star-Coach fand die richtigen Worte und brachte sein Team – angeführt von Diagonalangreiferin Lonneke Slöetjes – wieder zurück auf Kurs. Die holländische Internationale überwältigte die Zürcher Defensive gleich mehrfach und erzielte alleine im zweiten Satz acht Punkte. Der Satz ging damit auch klar mit 25:20 an die Türkinnen.

Im dritten Satz zeigten die beiden Teams den 2300 Zuschauern in der ausverkauften Saalsporthalle abermals Volleyball der Extraklasse. Grossartige Verteidigungsaktionen, wuchtige Blocks und hart geschlagene Angriffe – der dritte Satz hatte von allem etwas. Abermals waren es Lonnekte Slöetjes und Olympiasiegerin Zhu Thing die den Unterschied ausmachten mit ihrer Kaltblütigkeit in der Offensive. Volero Zürich war nicht mehr in der Lage eine Antwort auf VakifBank’s Offensivpower zu finden und so ging auch dieser Satz mit 17:25 an die Gäste.

Volero Zürich war nun unter Druck und musste den Weg zurück ins Spiel finden, wenn sie ein Handicap für das Rückspiel vermeiden wollten. Lonneke Slöetjes und ihr Team waren in dieser Phase des Spiels aber unwiderstehlich stark im Angriff. Das Team aus der türkischen Hauptstadt setzte sich so auch im vierten Satz mit 21:25 durch und erzielt damit den so wichtigen Auswärtssieg.

«Im ersten Satz spielten wir noch frei von der Leber weg. Unsere Services und die Angriffe waren sehr stark. Unglücklicherweise fingen wir danach an, uns vor unseren eigenen Fehlern zu fürchten. So ist es unmöglich gegen VakifBank Istanbul zu gewinnen. Sie gehören zu den besten Teams der Welt. Meinen Spielerinnen habe ich aber gesagt, dass es noch immer ein Rückspiel gibt, das VakifBank zuerst gewinnen muss. Wenn wir in Istanbul so spielen wie im ersten Satz, dann ist alles möglich. Ich glaube an unser Team und an unsere Chancen», zeigte sich Volero Zürich’s coach Zoran Terzic überzeugt.

Eine sichtlich enttäuschte Bojana Zivkovic bestätigte dies: «Wir zeigten eine wirklich tolle Leistung im Startsatz, aber dann haben wir plötzlich aufgehört zu spielen. Aber ich bin trotzdem zuversichtlich für das Rückspiel.»

Giovanni Guidetti wollte den Sieg nicht überbewerten: «Volero startete sehr stark in dieses Spiel. Ich würde nicht sagen, dass wir schlecht gespielt haben, aber wir waren definitiv zu langsam in unserem Angriffsspiel. Vermutlich hat es auch am Druck gelegen, denn wenn du VakifBank bist, erwartet jeder von dir einen Sieg in jedem Spiel. Nichtsdestotrotz sind wir ruhig geblieben und haben uns ins Spiel zurückgekämpft. Aber um ehrlich zu sein, dieser Sieg reicht noch nicht. Es ist wie eine 2:0 Führung in einem Spiel. Es ist ein erster Schritt, aber wir müssen auch das Spiel in Istanbul für uns entscheiden.»

Vakifbank Zuspielerin Naz Aydemir Akyol sagte nach dem Spiel: «Ich denke es ist normal im ersten Satz ein bisschen Mühe zu haben, wenn man in einer anderen Halle spielt. Aber wir haben danach einen ausgezeichneten Job gemacht. Im ersten Satz machten wir noch zu viele Eigenfehler und zu wenig Druck am Service. Auch ist es immer einfacher gegen ein Team zu spielen, das man kennt. Mittlerweile ist es schon fast so, als würde Volero Zürich in der türkischen Liga spielen. Immerhin ist es schon das sechste Mal in zwei Jahren, dass wir uns gegenüberstehen.»

Mehr Bilder vom Spiel findest Du auf unserer Facebook-Seite. Das Video vom Spiel gibt es auf Laola TV und die Spielstatistik auf der CEV-Homepage. Das Rückspiel in Istanbul findet am Mittwoch, 5. April 2017 statt und wird auf ULS Network und Laola TV live übertragen.