23.10.2016, 12:00

Volero Zürich scheitert im kleinen Finale an VakifBank Istanbul

Niederlage gegen VakifBank im Bronzespiel an der CWC 2016 in Manila

Manila, Philippinen, 23. Oktober 2016 – Volero Zürich unterliegt an der Klubweltmeisterschaft in Manila dem amtierenden türkischen Meister VakifBank Istanbul 3:1 (14-25, 25-21, 22-25, 25-11) und beendet das Turnier auf dem vierten Rang.

Bodenlose Enttäuschung, genau das konnte man in den Gesichtern der Volero-Spielerinnen nach der Partie erkennen. Dies war auch verständlich, denn das Starensemble aus Zürich ging bei der FIVB Volleyball Women’s Club World Championship 2016 in Manila leer aus. Der undankbare vierte Rang war es für den Schweizer Meister.

Dabei waren die Chancen auf die zweite Bronzemedaille am prestigeträchtigsten Turnier des internationalen Clubvolleyballs vor dem Spiel durchaus intakt. Zwischen den Zürcherinnen und dem zweiten Podestplatz in Folge nach der Bronzemedaille im letzten Jahr stand „nur“ der türkische Meister VakifBank Istanbul.

Und die Vorzeichen standen gut für das Team aus Zürich, denn Zoran Terzic bezwang den alten Rivalen im Duell der Giganten der Gruppe B in einem spannenden Spiel dank Nervenstärke und Kaltblütigkeit im Angriff mit 3:2.

Doch es sollte eine andere Partie werden. Beide Teams starteten hektisch und nervös ins Spiel. Der Schock nach dem Aus im Halbfinale, schien bei beiden Spuren hinterlassen zu haben. Eine hohe Anzahl von Eigenfehlern war die Konsequenz auf beiden Seiten.

Doch VakifBank Istanbul fing sich schneller und die Effizienz im Angriff sollte den Unterschied machen. Denn die Zürcherinnen brauchten viel zu viele Anläufe um zu einem Punkt zu kommen. So ging der erste Satz mit 25-14 an den Clubweltmeister von 2013. 

Aussenangreiferin Mari Paraíba sah die Gründe für das deutliche Satzresultat in den eigenen Reihen: „Wir taten uns extrem schwer. VakifBank war sehr stark in der Annahme. Wir auf der anderen Seite haben schlecht angenommen und waren dadurch im Passspiel zu ungenau und wurden eiskalt ausgeblockt.“

Doch die Zürcherinnen fingen sich im zweiten Satz wieder. Aussenangreiferin Dobriana Rabadzhieva führte das Team mit ihrem Angriffsspiel zurück in die Partie. Das Spiel war nun wieder ausgeglichener, doch die Chancenauswertung liess auf beiden Seiten zu wünschen übrig. Dennoch konnte sich Volero Zürich im zweiten Satz nach einem langen Hin-Und-Her mit 25-21 durchsetzen.

Das Spiel stand im dritten Satz nun auf Messers Schneide, das Satzresultat war eng. Irina Malkova liess die Medaillenhoffnungen wieder aufblühen, als sie den Ball zum vermeintlichen 23-23 blockte. Vermeintlich weil VakifBank eine Challenge nahm – und erfolgreich war. Die Volero-Spielerin hatte zuvor das Netz berührt. So stand es 22-24 aus Schweizer Sicht.

Ein entscheidender Moment aus der Sicht der VakifBank-Spielerin Lonneke Sloetjes: „Ich denke, dass in diesem Moment das Spiel vollends auf unsere Seite umschlug.“ Denn der Clubweltmeister von 2013 liess sich nicht zweimal bitten und beendete den Satz sogleich mit 25-22.

Sloetjes sollte Recht behalten. Diese knappe Satzniederlage schien auch im vierten Satz noch am Selbstvertrauen des Schweizer Meisters zu nagen. Ein absoluter Fehlstart war die Folge. Gleich mit 4-11 lag Zoran Terzics Mannschaft zurück – eine zu grosse Hypothek, wie sich schlussendlich herausstellen sollte. Bei den Zürcherinnen wollte nichts mehr richtig funktionieren. So verloren die Zürcherinnen den vierten und somit letzten Satz deutlich mit 11-25.

Volero-Trainer Zoran Terzic blieb nur eine nüchterne Bilanz nach dem Spiel: „Wir haben vielleicht ein wenig besser als gestern gespielt. Aber auf jeden Fall ohne Energie und Mut. Ich denke, dass wir heute nicht dasselbe Team gesehen haben wie in den vorherigen drei Spielen.“

Der Schweizer Double-Sieger kann somit nicht an den Erfolg der letzten Clubweltmeisterschaft anknüpfen, als das Team aus Zürich die erste Bronzemedaille in der Geschichte des Schweizer Clubvolleyballs holte.

Terzic schaut trotzdem nach vorne: „Wir müssen in den kommenden Wochen hart weiterarbeiten – auch psychologisch. Denn ich bin überzeugt, dass Volero über das Potenzial verfügt, um an Grossanlässen Medaillen zu holen.“