20.10.2016, 18:30

Volero Zürich holt sich Gruppensieg in Fünf-Satz-Krimi

Olesia freut sich zusammen mit Team über den Sieg

Den Emotionen freien Lauf lassen – Olesia Rykhliuk freut sich mit ihren Teamkolleginnen über den knappen Sieg im fünften Satz.

Mit dem gestrigen 3:0-Sieg gegen Hisamitsu Springs Kobe qualifizierte sich Volero Zürich bereits frühzeitig für das Halbfinale an der Klubweltmeisterschaft. In einem über weite Strecken spannenden Spiel sicherte sich der amtierende Schweizer Meister den Gruppen-Sieg in fünf Sätzen gegen VakifBank Istanbul (25:22, 27:25, 16:25, 12:25, 16:14). Neben dem Feld sorgte ein Unfall mit dem Volero-Teambus für einen Schreckensmoment.

Gerade weil sich Volero Zürich bereits frühzeitig den Halbfinalplatz sichern konnte, diskutierten Volleyball-Enthusiasten bereits eifrig, ob Volero’s Coach Zoran Terzic die Karten auf den Tisch legt und mit aller Konsequenz den Gruppensieg anstrebt, oder ob doch die eine oder andere Trumpfkarte ihren Einsatz an den diesjährigen Klubweltmeisterschaften erhalten könnte. Als wäre die sportliche Affiche zwischen den beiden Kontrahenten vom Champions League Viertelfinal der vergangenen Saison nicht schon aufregend genug, wurde der Teambus von Volero Zürich auf der Fahrt zur Arena auch noch in einen tragischen Personenunfall verwickelt. Der verunfallte Passant musste hospitalisiert werden und ist in kritischem Zustand. Vom Team wurde niemand verletzt.

Trotz des unglücklichen Zwischenfalls konnte um 16:30 Uhr (lokale Zeit) das mit Spannung erwartete Duell zwischen den beiden Titelaspiranten angepfiffen werden. Nach einem kurzen Abtasten, fanden beide Teams zu ihrem Spiel und es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Insbesondere die beiden Diagonal-Angreiferinnen Olesia Rykhliuk (30 Punkte) und Olympia-Siegerin Ting Zhu (31 Punkte) bescherten ihren Teams regelmässig direkte Punktgewinne. Erst in der Moneytime konnte sich Zoran Terzic’s Team dank guter Blockarbeit absetzen und beim Stand von 24:22 den ersten Satzball ergattern. Diesen verwertete Dobriana Rabadzhieva sogleich mit einem Service-Winner.

Im zweiten Satz konnte das Zürcher Starensemble von Beginn weg mit seinem starken Angriffsspiel überzeugen und so auf 5:1 davonziehen. Den über 1500 Zuschauern in der Halle wurden spektakuläre Ballwechsel geboten. Der amtierende Schweizer Meister baute den Vorsprung gar noch zum 8:3 aus. Wiederum war es aber Zhu, die mit ihren Service und beindruckenden Rückraumangriffen den achtfachen türkischen Meister zurück ins Spiel brachte. Wie es zu erwarten war, schenkten sich die beiden europäischen Spitzenteams nichts. Die bisher sehr erfolgreichen Kurzangriffe über Foluke Akinradwo wurden vom türkischen Block immer effektiver neutralisiert und so musste sich Zuspielerin Bojana Zivkovic, welche Mitte Satz für Fabiola eingewechselt wurde, neue Wege einfallen lassen. Dobriana Rabadzhieva, welche den zweiten Platz in der Scorerliste belegte, blieb dabei stets eine sichere Anspielposition. Letztendlich konnte Volero den zweiten Satz mit 27:25 für sich entscheiden.

In den Sätzen 3 und 4 liess Zoran Terzic die im vorangegangenen Satz für Captain Natalya Mammadova eingewechselte Mariana Costa von Beginn an spielen. Auf der Liberaposition hatte Gizem Karadayi ihren ersten Einsatz. Ebenso wurden Bojana Zivkovic und Kenia Carcaces über weite Strecken eingesetzt. Leider schlichen sich im Verlauf des Spiels zu viele kleine Fehler und Ungenauigkeiten ins Spiel der Zürcherinnen ein, sodass gegen die stark aufspielenden Türkinnen nur wenig auszurichten war. In beiden Sätzen erarbeitete sich VakifBank einen respektablen Vorsprung und verwalteten diesen gegen ein zu passives Volero Zürich zum 25:16 und 25:12 Endstand in den Sätzen drei und vier.

Für das Tiebreak stellte Coach Zoran Terzic nochmals die Starting-Six auf, mit Ausnahme von Captain Mammadova, an deren Stelle weiterhin Mariana Costa die Annahme verstärkte. Nach zwei eher schwachen Sätzen, fand der Schweizer Meister wieder zu seinem gewohnt agilen Spiel. Und auch die Emotionen waren zurück im Spiel. Nachdem Vakif's Milenda Rasic einen wuchtigen Angriff von Olesia Rykhliuk blockte, hatte das Team vom Bosporus den ersten Matchball beim Spielstand von 12:14. Die Zürcherinnen zeigten jedoch Moral und kämpften mit allen Mitteln gegen die drohende Niederlage. Zuletzt brauchte es auch noch etwas Glück, denn Gözde Kirdar schlug den Matchball ins Out. Daraufhin sicherte sich Terzic’s Team Dank zweier ausgezeichneter Service von Olesia Rykhliuk und einer starken Verteidigungsleistung ihrerseits beim Stand von 15:14 einen Matchball, welchen Mariana Costa nach 2 Stunden und 18 Minuten Spielzeit mit einem wuchtigen Smash zum 16:14 verwertete.

VakifBank Coach Giovanni Guidetti resümierte nach dem Spiel: «Gegen Volero Zürich reicht es nicht 25 Punkte zu erzielen. Du brauchst 28 Punkte. Wir haben im fünften Satz nur 14 Punkte gemacht. Das reicht nicht.»

Volero Zürich und VakifBank Istanbul haben sich damit in der Gruppe B für das Halbfinale qualifiziert. Dieses spielen die Zürcherinnen am Samstag um 13:30 Uhr Schweizer Zeit (19:30 Uhr lokale Zeit) voraussichtlich gegen die amtierenden Champions League-Siegerinnen Pomi Casalmaggiore, ausser PSL F2-Logistics Manila gelänge ein Kantersieg gegen Eczacibasi VitrA Istanbul, welches das Halbfinal-Quartett komplettiert.

Das Spiel von Volero Zürich wird auf ULS Network um 19 Uhr (Schweizer Zeit) übertragen.