21.08.2016, 17:00

Popovic, Zivkovic und Terzic schreiben Volleyballgeschichte

Bojana Zivkovic und Serbien holen Silber an den Olympischen Spielen


Zürich, 21. August 2016 – Voleros Bojana Zivkovic, Silvija Popovic und Zoran Terzic holen mit der serbischen Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die erste Silbermedaille im Frauenvolleyball in der Geschichte ihres Heimatlandes. Die Serbinnen können somit trotz der knappen 1:3-Finalniederlage (25-19, 17-25, 22-25, 23-25) gegen China auf ein äusserst erfolgreiches Turnier zurückblicken.

Es war wohl eines der spannendsten Frauenfinale in der Geschichte der Olympischen Spiele. Serbien und China zauberten – und zogen die 12'000 Zuschauer sowie die Millionen an den Bildschirmen rund um den Globus mit ihren langen und atemberaubenden Rallies in ihren Bann.

Dabei waren die Finalteilnehmer doch eigentlich eine Überraschung, rechneten die Volleyballexperten eigentlich mit dem Rückspiel von London 2012 zwischen den USA und dem zuvor zweifachen Olympiasieger Brasilien.

Doch China und Serbien kauften allen den Schneid ab. Zuerst warf Trainerlegende Lang Ping mit China Gastgeber Brasilien in einem Fünfsatzkrimi 3:2 aus dem Turnier, darauf schaffte Volero-Trainer Zoran Terzic mit seinem jungen und ambitionierten Team im Halbfinale ebenfalls mit einem dramatischen 3:2-Sieg die Sensation gegen den amtierenden Weltmeister und Goldmedaillenfavoriten USA.

So standen China und Serbien zwar etwas überraschend, jedoch auf gar keinen Fall unverdient im Finale der Olympischen Spiele. Und das hohe Niveau im Spiel um Gold war zweifelsohne der Beweis dafür. Dabei war die Favoritenrolle trotz des 3:0-Sieges der Serbinnen in der Gruppenphase bei China. Währenddem sich das Team aus dem Reich der Mitte schon in Los Angeles 1984 und in Athen 2004 die Goldmedaille holte, stand Serbien zum ersten Mal überhaupt in einem Finale an Olympischen Spielen.

Doch die Serbinnen schienen sich von der Olympia-Erfahrung ihrer Gegnerinnen nicht beeindrucken zu lassen, im Gegenteil. Zoran Terzics Team startete besser in die Partie. Die Chinesinnen ihrerseits bekundeten nicht nur in der Offensive, sondern auch im Block grosse Mühen mit dem schnellen und dynamischen Spiel der Serbinnen. Als die Bronzegewinnerinnen der letzten Europameisterschaft sogar den ersten Satz mit 25-19 für sich zu entscheiden vermochten, roch es bereits nach einer Sensation.

Doch Chinas Trainerin und lebende Volleyballlegende Lang Ping fand in der Satzpause die richtigen Worte. Die FIVB-World-Cupsiegerinnen des letzten Jahres wurden vor allem im Angriff kaltblütiger. Allen voran Flügelspielerin Zhu Ting sollte alle mit insgesamt 25 Punkten überflügeln. So holten sich die Chinesinnen den zweiten und dritten Satz mit 25-17 und 25-22.

Zoran Terzic und sein Team gaben sich jedoch nicht geschlagen. Terzic wechselte auf einigen Positionen, brachte so auch Volero-Zuspielerin Bojana Zivkovic aufs Feld, um so den chinesischen Block aus dem Rhythmus zu bringen – und es gelang. Die Partie blieb eng. Doch die Chinesinnen konnten schliesslich ihre Erfahrung ausspielen und setzten sich mit 25-23 und 3:1 durch.

Damit wurde es zwar nicht Gold, jedoch eine sensationelle Silbermedaille für das serbische Nationalteam, mit der wohl vor dem Turnier nur wenige gerechnet hatten. Zoran Terzic fand deshalb trotz der Niederlage lobende Worte für sein Team: «Dieses Turnier war einfach unglaublich. Über die ganzen zwei Wettkampfwochen haben wir unglaubliche Resultate erzielt. Ich bin einfach stolz auf dieses Team.»

Einen grossen Erfolg konnte auch Foluke Akinradewo feiern. Die Volero-Spielerin holte sich mit den USA nach London 2012 ihre zweite Olympische Medaille. Die amtierenden Weltmeisterinnen bezwangen die Niederlande im Kleinen Finale mit 3:1. Zudem wurde die Volero-Mittelblockerin ins Dream Team der Olympischen Spiele gewählt.